Coupe 1977 - 1984

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Im März 1977 wurde auf dem Genfer Salon eine Coupé-Variante der Baureihe 123 präsentiert. Die Typen 230 C, 280 C und 280 CE traten die Nachfolge der "Strich-Acht"-Coupés der Baureihe 114 an, deren Produktion zwischen Juni und August des Vorjahres ausgelaufen war.

Wie bei den Vorgängertypen bestand technisch und stilistisch eine enge Verwandtschaft zur Limousine. Im Gegensatz zu den "Strich-Acht"-Coupés, die auf der ungekürzten Bodengruppe ihrer viertürigen Pendants basierten, hatte man den Radstand der neuen Zweitürer gegenüber den Limousinen um 85 mm reduziert. Diese Maßnahme ermöglichte eine stilistisch größere Eigenständigkeit der Coupé-Variante und ein im Vergleich zum Vorgänger homogeneres und insgesamt attraktiveres Design; vor allem die Heckpartie zeigte sich nun weniger dominant und vermittelte einen harmonischeren Gesamteindruck.

Fortschritte hatte man aber nicht nur im Design erzielt. Eine wichtige Verbesserung gegenüber den Vorgängermodellen war die noch stabilere Sicherheits-Fahrgastzelle mit versteifter Dachrahmen-Struktur, hochfesten Dachpfosten und verstärkten Türen. Die Energieabsorption der vorderen und hinteren Knautschzone konnte durch kontrollierte Deformationsfähigkeit von Vorbau und Heckbereich deutlich erhöht werden.

Die Ausstattungsdetails der Karosserie entsprachen, soweit es Gemeinsamkeiten mit den Limousinen gab, der bei den Typen 280 und 280 E verwendeten gehobenen Ausführung: So waren alle drei Coupé-Modelle mit rechteckigen Breitband-Scheinwerfern, verchromten Lufteinlaßgittern vor der Frontscheibe und Chromleisten unter den Heckleuchten ausgestattet.

Hinsichtlich der mechanischen Komponenten glichen die Coupés vollkommen ihren viertürigen Pendants: Wie diese verfügten sie über eine Schräglenker-Hinterachse, die bereits bei den Vorgängermodellen eingeführt worden war, sowie eine Doppelquerlenker-Vorderradaufhängung mit Lenkrollradius 0. Auch die Bremsanlage hatte man unverändert von den Limousinen übernommen.

Die Modellpalette umfaßte zunächst die Typen 230 C, 280 C und 280 CE. Die Motoren entsprachen exakt der in der jeweiligen Limousine verwendeten Ausführung. Im Gegensatz zu seinem Vorgängermodell war das 123er Coupé auch mit Vierzylindermotor lieferbar, dessen Leistung von 109 PS zwar kein überschäumendes Temperament versprach, aber durchaus adäquate Fahrleistungen ermöglichte.

Von einer im September 1977 hinzugekommenen Dieselvariante konnte man dies nur mit Einschränkungen behaupten; brachte es der ebenfalls von der Limousine bekannte 3,0 ltr.-5 Zyl.-Motor doch auf ganze 80 PS. Allerdings war der Typ 300 CD ausschließlich für den Export nach Nordamerika vorgesehen, wo wegen des allgemeinen Tempolimits keine Höchstleistungen von ihm erwartet wurden. Mit der Entwicklung dieses ungewöhnlichen, fast skurril anmutenden Modells hatte man das Ziel verfolgt, den sogenannten "Flottenverbrauch", den Durchschnittsverbrauch aller in den USA angebotenen Mercedes-Benz Modelle, zu senken und damit den neuen von der US-Regierung eingeführten Verbrauchsgrenzwerten zu entsprechen. Im September 1979 konnte die Leistung des Fünfzylindermotors durch Änderungen an der Einspritzpumpe auf immerhin 88 PS angehoben werden.

Zwei Jahre später, im August 1981, wurde der Typ 300 CD nach einem Griff in den Baukasten durch den 300 CD Turbodiesel ersetzt, der stolze 125 PS mobilisierte und nach wie vor dem Export nach Nordamerika vorbehalten blieb. Erforderlich geworden war dieser Modellwechsel, der zum gleichen Zeitpunkt auch bei der Limousine erfolgte, wiederum aufgrund verschärfter Flottenverbrauchs-Grenzwerte. Um den neuen Bestimmungen zu entsprechen, wurde der USA-Export der Typen 280 E und 280 CE zum Modelljahr 1982 eingestellt, und die sparsameren Turbodiesel, die nur etwa 20 PS weniger leisteten als die abgasentgifteten 2,8 ltr.-Benziner, fungierten als Nachfolger.

Änderungen an der Motorenpalette waren aber auch bei den benzingetriebenen Modellen zu verzeichnen: Im April 1978, zum gleichen Zeitpunkt wie bei den Limousinen, konnte die Leistung des 2,8 ltr.-Einspritzmotors durch Anhebung der Verdichtung auf 185 PS erhöht werden.

Gut zwei Jahre später, im Juni 1980, wurde der 2,3 ltr.-4 Zyl.-Vergasermotor durch ein völlig neu entwickeltes Aggregat gleichen Hubraums ersetzt, das über eine mechanisch gesteuerte Benzineinspritzung verfügte und 136 PS mobilisierte. Damit entfiel der seitherige Typ 230 C zugunsten des 230 CE, der trotz der um 25 % höheren Leistung einen geringeren Kraftstoffverbrauch aufwies. Gleichzeitig wurde der Typ 280 C mit Vergasermotor aus dem Programm genommen.

Ein umfangreiches Modellpflegepaket, das im September 1982 der kompletten Baureihe 123 zugute kam, hinterließ bei den Coupés nur wenige auch äußerlich sichtbare Spuren. Die rechteckigen Breitbandscheinwerfer, auffälligstes Erkennungsmerkmal der modellgepflegten Varianten, hatten bei den Zweitürern schließlich schon von Anfang an zur Serienausstattung gehört. Von außen erkennbar waren die verbesserten Coupés nur an den nicht mehr verchromten, nun in schwarz gehaltenen Lüftungsgittern vor der Frontscheibe und gegebenenfalls an der Lackierung, falls einer von acht neuen Farbtönen verwendet worden war. An der Innenausstattung hatte man zahlreiche Detailänderungen vorgenommen. Darüber hinaus waren beide Modelle nun auf Wunsch mit ABS und Airbag lieferbar.

Im August 1985 endete die Serienfertigung der 123er Coupés. In der gut achtjährigen Produktionszeit waren insgesamt 99.884 Einheiten entstanden, davon 15.509 mit Dieselmotor. Seltenste Variante der Modellfamilie wurde der 280 C mit 3.704 produzierten Fahrzeugen. Auf die Nachfolgemodelle, die Coupés der Baureihe 124, mußten Liebhaber der zweitürigen Exklusivtypen mehr als eineinhalb Jahre warten.

 

Technische Daten:

 (c) Daimler Benz AG• Alle Angaben sind Prospektangaben ohne Gewähr

Maße

A Größte Höhe, unbelastet 1.395 mm
B Größte Breite 1.786 mm
C Größte Länge 4.640 mm
D Radstand 2.710 mm
E Lenkrad-Fahrerlehne (Masse veränderlich nach Sitzposition) 482 mm
F Sitzhöhe vorn 944 mm
G Fahrerlehne-Fondlehne (Masse veränderlich nach Sitzposition) 610 mm
H Sitzhöhe im Fond 925 mm
J Breite auf Mitte der Polster 1.475 mm
K Breite in Schulterhöhe vorne 1.405 mm
L Breite auf Mitte der Polster 1.346 mm
M Breite in Schulterhöhe hinten 1.375 mm
  Spurweite vorne 1.488 mm
  Spurweite hinten 1.446 mm
  Wendekreisdurchmesser 11 m
  Kofferrauminhalt nach VDA ca. 0,5 m³

Welche Modelle wurden angeboten ?

Benziner:

230C, 230CE, 280C und 280CE

Diesel:

nur USA: 300CD und 300CD Turbo.